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Zertifizierte Datenträgervernichtung
Zerstörung aller Datenträger nach ISO 21964 (ehem. DIN 66399) mit dokumentierten Prozessen und Vernichtungsnachweisen.
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Sicherheitsstufen & Schutzklassen nach ISO 21964 –  verständlich erklärt

Sicherheitsstufen & Schutzklassen nach ISO 21964

Wer IT‑Systeme und Datenträger entsorgt, steht oft vor der Frage, welche Sicherheitsstufe eigentlich erforderlich ist. Die Norm ISO 21964, ehemals DIN 66399, definiert Schutzklassen und Sicherheitsstufen für die mechanische Vernichtung von Datenträgern. Sie legt fest, wie fein ein Datenträger zerkleinert werden muss, damit die darauf gespeicherten Informationen nicht mehr rekonstruiert werden können. Auf dieser Seite erklären wir, was Schutzklassen und Sicherheitsstufen bedeuten, wie sie sich unterscheiden, welche Kombinationen in der Praxis für verschiedene Einsatzbereiche sinnvoll sind und wie die ProCoReX Europe GmbH diese Standards in der täglichen Arbeit umsetzt.

Schutzklassen – wie sensibel sind Ihre Daten?

Schutzklassen beschreiben, wie schutzbedürftig die Informationen auf einem Datenträger sind. Die ISO 21964 unterscheidet drei Schutzklassen. Schutzklasse 1 steht für einen normalen Schutzbedarf. Hierzu zählen Daten, deren Offenlegung in der Regel nur begrenzte Schäden verursacht, etwa interne Abläufe, allgemeine Korrespondenz oder einfache Kundenlisten kleiner Unternehmen. Schutzklasse 2 steht für einen erhöhten Schutzbedarf. In diese Kategorie fallen Daten, deren Missbrauch zu erheblichen Schäden für Betroffene oder Unternehmen führen kann, zum Beispiel Kunden‑ und Mitarbeiterdaten, Vertragsunterlagen, Rechnungen, technische Dokumentationen, Gesundheitsdaten, geschäftskritische E‑Mails oder Projektkommunikation.

Schutzklasse 3 steht für einen sehr hohen Schutzbedarf. Sie betrifft Daten, deren Missbrauch zu existenzbedrohenden oder sehr schweren Schäden führen kann. Typische Beispiele sind Forschungs‑ und Entwicklungsdaten, medizinische Diagnosen, Patientendaten, Finanztransaktionen, Gerichtsakten, Betriebsgeheimnisse, strategische Unternehmensdaten oder Daten aus kritischen Infrastrukturen. Die Einordnung in eine Schutzklasse ist die Grundlage dafür, welche Sicherheitsstufen bei der Vernichtung angewendet werden sollten.

Sicherheitsstufen – wie fein muss der Datenträger zerkleinert werden?

Sicherheitsstufen legen fest, wie klein die Partikel nach der mechanischen Vernichtung eines Datenträgers sein müssen. Die ISO 21964 definiert sieben Stufen von 1 bis 7. Je höher die Stufe, desto kleiner werden die Partikel und desto höher ist das Sicherheitsniveau. Im unteren Bereich liegen die Stufen 1 und 2, die eher für weniger kritische Daten geeignet sind. Die Stufen 3 und 4 decken einen mittleren bis gehobenen Schutzbedarf ab. Die Stufen 5 bis 7 stehen für einen hohen bis sehr hohen Schutzbedarf und kommen zum Einsatz, wenn besonders sensible oder geheimhaltungsbedürftige Informationen zu schützen sind.

Die konkrete Partikelgröße hängt vom Datenträgertyp ab, denn für Papier gelten andere Maße als für Festplatten, SSDs oder Magnetbänder. Für IT‑Datenträger sind insbesondere die Klassen H, E und T relevant, auf die wir uns in unseren Projekten konzentrieren.

H‑, E‑ und T‑Klassen und empfohlene Sicherheitsstufen

H-, E- und T-Klassen – welche Klasse für welchen Datenträger?

Für IT‑Datenträger unterscheidet die ISO 21964 unter anderem die H‑, E‑ und T‑Klasse. Die H‑Klasse steht für magnetische Festplatten, also klassische Hard Disk Drives. Für sie definiert die Norm die Sicherheitsstufen H‑1 bis H‑7. Die E‑Klasse umfasst elektronische Datenträger wie SSDs, NVMe‑ oder M.2‑Speicher, Flash‑Speicher, USB‑Sticks, Speicherkarten und ähnliche Medien. Hier werden die Stufen E‑1 bis E‑7 angewendet. Die T‑Klasse wiederum bezieht sich auf Magnetbänder, etwa LTO‑Bänder und andere Backup‑ oder Archivmedien, für die die Stufen T‑1 bis T‑7 vorgesehen sind. Je nach Kombination aus Schutzklasse und Datenträgertyp ergibt sich eine empfohlene Sicherheitsstufe, die das angemessene Schutzniveau sicherstellt.

Praxisorientierte Empfehlungen fĂĽr Sicherheitsstufen

In vielen Projekten hat sich eine bestimmte Orientierung für Sicherheitsstufen bewährt. Für Festplatten in der H‑Klasse empfehlen wir häufig Stufen wie H‑4 oder H‑5, die sich für sensible Unternehmens‑ und Personendaten der Schutzklassen 2 und 3 eignen. Für SSD‑ und Flash‑Speicher in der E‑Klasse, etwa SSDs, NVMe‑Medien, M.2‑Module, USB‑Sticks oder Speicherkarten, sind Sicherheitsstufen wie E‑4 oder E‑5 sinnvoll, wenn auf den Datenträgern personenbezogene Daten, geschäftskritische Informationen oder sensible Konfigurationen liegen.

Für Magnetbänder in der T‑Klasse, insbesondere LTO‑ oder andere Backup‑Medien, setzen wir in der Regel Stufen wie T‑5 oder T‑6 ein, da diese Bänder meist vollständige Datenbestände enthalten. Diese empfohlenen Stufen liegen im oberen Bereich der Norm und bieten damit ein Sicherheitsniveau, das deutlich über einfachen Standardanforderungen liegt.

Besonders sicherheitskritische Anwendungen

Für besonders sicherheitskritische Anwendungen können noch höhere Sicherheitsstufen erforderlich sein. Dies betrifft zum Beispiel bestimmte Behörden, Einrichtungen mit Geheimschutzanforderungen, militärische Stellen oder Branchen mit besonders strengen Vorgaben. In solchen Fällen prüfen wir gemeinsam mit Ihnen, welche Kombination aus Schutzklasse, Datenträgertyp und Sicherheitsstufe angemessen ist und wie sie technisch umgesetzt werden kann. Wir beraten Sie individuell und stellen sicher, dass gesetzliche, regulatorische und interne Anforderungen eingehalten werden, ohne die Wirtschaftlichkeit Ihres Projekts aus dem Blick zu verlieren.

In jedem Projekt prüfen wir gemeinsam mit Ihnen, welche Daten auf den Datenträgern liegen und welche gesetzlichen, regulatorischen oder vertraglichen Vorgaben gelten. Dazu gehören unter anderem die DSGVO, branchenspezifische Anforderungen oder interne Richtlinien Ihres Unternehmens. Auf dieser Basis klären wir, welche Schutzklasse angemessen ist und welche Sicherheitsstufen sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar sind. Anschließend legen wir verbindlich fest, welche Datenträgerklassen, also H‑, E‑ oder T‑Klasse, betroffen sind, welche Sicherheitsstufen angewendet werden und wie die Dokumentation in Form von Seriennummernlisten, Chargenübersichten oder Protokollen aussehen soll. Diese Informationen werden in unseren Angeboten, Auftragsbestätigungen und Vernichtungszertifikaten klar ausgewiesen, sodass Sie jederzeit nachweisen können, auf welchem Sicherheitsniveau Ihre Datenträger vernichtet wurden.

Warum klare Schutzklassen und Sicherheitsstufen unverzichtbar sind

Die saubere Festlegung von Schutzklassen und Sicherheitsstufen ist kein theoretisches Detail, sondern eine zentrale Voraussetzung für rechtssichere und verantwortungsvolle Datenträgervernichtung. Werden Daten zu niedrig eingestuft, besteht das Risiko, dass Informationen mit vertretbarem Aufwand rekonstruiert werden können. Das kann zu Datenschutzverletzungen, finanziellen Schäden und Vertrauensverlust führen. Werden Sicherheitsstufen hingegen ohne Konzept gewählt, entstehen unnötige Kosten, ohne dass ein erkennbarer Mehrwert entsteht.

Ein klarer Bezug zwischen Schutzbedarf, Schutzklasse, Datenträgertyp und Sicherheitsstufe sorgt dafür, dass das Sicherheitsniveau zum tatsächlichen Risiko passt und Sie gegenüber Datenschutzbehörden, Aufsichtsinstanzen und internen Prüfern plausibel begründen können, warum Sie auf genau diesem Vernichtungsniveau arbeiten.

Risiken & Praxisbeispiele

Fehler bei der Einstufung von Daten und der Auswahl von Sicherheitsstufen können weitreichende Folgen haben. Werden personenbezogene oder besonders sensible Daten nicht angemessen geschützt und vernichtet, drohen Bußgelder nach DSGVO, aufsichtsrechtliche Maßnahmen in regulierten Branchen und gegebenenfalls Schadenersatzforderungen. Hinzu kommen Risiken für Reputation und Kundenvertrauen, wenn bekannt wird, dass Datenträger unzureichend gesichert oder entsorgt wurden. Auch aus Sicht der Informationssicherheit und Compliance ist eine unklare oder willkürliche Wahl von Sicherheitsstufen problematisch, weil sie sich in Risikoanalysen und Audits kaum belastbar erklären lässt.

In der Praxis gibt es immer wieder Fälle, in denen Datenträger nur oberflächlich zerstört oder mit zu niedrigen Sicherheitsstufen behandelt wurden und sich darauf gespeicherte Informationen später wiederherstellen ließen. In anderen Situationen wurden Datenträger unterschiedlicher Sensibilität ohne abgestufte Sicherheitskonzepte gemeinsam vernichtet, wodurch hochkritische Daten nicht das erforderliche Schutzniveau erhielten. Auch unvollständige Dokumentation, etwa fehlende Angaben zu angewendeten Schutzklassen und Sicherheitsstufen, hat in Prüfungen dazu geführt, dass Unternehmen ihre Prozesse nachträglich anpassen und umfangreiche Zusatznachweise erbringen mussten. Solche Situationen lassen sich vermeiden, wenn Schutzklassen und Sicherheitsstufen von Anfang an bewusst gewählt, dokumentiert und in Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Partner umgesetzt werden.

Wichtige Hinweise zur Einstufung Ihrer Datenträger

Verantwortung und Rollen im Einstufungsprozess

Die fachliche Verantwortung für die Einstufung Ihrer Daten liegt in der Regel bei Ihnen, zum Beispiel bei Datenschutz‑ oder Informationssicherheitsbeauftragten, der IT‑Leitung oder verantwortlichen Fachbereichen. Wir unterstützen Sie mit Best‑Practice‑Empfehlungen und zeigen, welche Schutzklassen und Sicherheitsstufen in vergleichbaren Szenarien üblich sind, treffen die eigentliche Schutzbedarfsentscheidung jedoch nicht an Ihrer Stelle. Wichtig ist, dass Einstufungen dokumentiert und nachvollziehbar begründet sind, damit sie in Audits und gegenüber Aufsichtsinstanzen Bestand haben.

Unterschiedliche Stufen für unterschiedliche Datenträger nutzen

In vielen Projekten ist es sinnvoll, unterschiedliche Datenträger auch mit unterschiedlichen Sicherheitsstufen zu behandeln. Besonders kritische Medien wie LTO‑Backups oder bestimmte SSD‑Pools können in höheren Stufen vernichtet werden als weniger kritische Datenträger. Wir können pro Datenträgertyp oder Charge getrennte Sicherheitsstufen definieren und diese Differenzierung in unseren Protokollen und Zertifikaten abbilden. So erhalten Sie eine passgenaue Lösung, die sowohl dem tatsächlichen Risiko als auch wirtschaftlichen Überlegungen gerecht wird.

Praxisbeispiel: Einstufung fĂĽr ein gemischtes Rechenzentrum

Ein Rechenzentrumsbetreiber stand vor der Aufgabe, unterschiedliche Datenträger aus mehreren Kundenumgebungen sicher zu vernichten. Die Bandbreite reichte von klassischen Festplatten über SSD‑Speicherpools bis hin zu LTO‑Bändern mit vollständigen Backup‑Beständen. Gemeinsam mit den verantwortlichen Datenschutz‑ und Informationssicherheitsbeauftragten wurden zunächst die Schutzbedarfe und Schutzklassen für die verschiedenen Datenkategorien festgelegt. Anschließend definierte ProCoReX abgestufte Sicherheitsstufen, unter anderem H‑5 für magnetische Festplatten, E‑5 für SSD‑und Flash‑Speicher sowie T‑6 für Backup‑Bänder mit besonders sensiblen Inhalten. Die vereinbarten Kombinationen aus Schutzklassen, Datenträgertypen und Sicherheitsstufen wurden im Angebot, in der Auftragsbestätigung und in den späteren Vernichtungszertifikaten eindeutig ausgewiesen. So konnte der Betreiber gegenüber seinen eigenen Kunden und externen Prüfern jederzeit nachweisen, auf welchem Sicherheitsniveau die jeweiligen Datenträger vernichtet worden waren.

Auf einen Blick – was Kunden an unserer Einstufung schätzen

Gemeinsam zum Erfolg: Referenzen, die stolz machen

FAQs

Wenn Sie unsicher sind, welche Schutzklassen und Sicherheitsstufen für Ihre Datenträger passend sind, unterstützen wir Sie gerne mit einer individuellen Einschätzung auf Basis Ihrer Anforderungen. Gemeinsam mit Ihren Datenschutz‑ und Informationssicherheitsverantwortlichen klären wir Schutzbedarf, regulatorische Vorgaben und technische Möglichkeiten und entwickeln ein Konzept, das sich gut dokumentieren und in Audits nachvollziehbar vertreten lässt.

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